Vietnam

Heute ist bereits Montag, der 29.07. Mittlerweile habe ich Vietnam nach über vier intensiven Wochen wieder verlassen. Ich bin immer noch am sortieren ob der vielen Endrücke welche ich während dieser Zeit erlebt habe. Vietnam hat eine Nord-Süd Ausdehnung von 1.650 km, viele ethnische Gruppen und Religionen, wobei der Großteil des Volkes Atheisten sind. Entsprechend dieser Zahlen und Informationen lässt sich schon erahnen, dass Vietnam im Norden an der Grenze zu China nicht dasselbe Vietnam ist, wie in Zentral- bzw. Südvietnam. Auch die Hisotorie und der Vietnamkrieg spielen entsprechend eine Rolle. Kurzum, Vietnam hat landschaflich ganz viel zu bieten, wunderbare Menschen, aber auch einen abartigen Massentourismus. Über Vietnamese Food darf sich jeder seinen eigenen Eindruck verschaffen. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Geradelt bin ich in Vietnam auf der 1A von Norden nach Süden. Die 1A ist wie in Loas die Hauptverkehrsader, welche Hanoi im Norden mit Ho Chi Minh City im Süden verbindet. Im Nachhinein würde ich diese Strecke aber keinem Radler empfehlen. Alternativ gibt es noch den „Ho Chi Minh Trail“, welcher zum radeln wohl besser geeignet ist. Zu Beginn stand ich vor der Entscheidung eine der beiden Strecken zu wählen. Aufgrund der mir zur Verfügung stehenden Zeit und der Orte welche ich besuchen wollte, fiel die Entscheidung auf die 1A. Dass der Verkehr in Asien ein wenig anders funktioniert als bei uns in Deutschland ist allgemein bekannt, dass die Vietnamesen nochmal verstärkt die Hupen einsetzen ist auch keine Überraschung. Aber für mich gab es bisher einen Unterschied zwischen „einmal für eine Sekunde auf die Hupe drücken“ und „Dauerhupen“ wie es in Vietnam tatsächlich praktiziert wird. Das radeln lässt sich für mich in zwei Kategorien unterteilen:

  1. Das radeln in den großen Cities: Macht mega viel Spass in dem Gewusel aus abertausend Motobikes sich wiederzufinden. Es gibt quasi keine Regeln. Rote Ampeln zeigen allerhöchstens dass es sich um eine Kreuzung halten könnte. Dennoch weiß offensichtlich jeder was zu tun ist. Schulter- an Schuterberührungen gehören ebenso dazu, wie in den Gegenverkehr oder in Einbahnstrassen zu fahren. Da die Gehwege mit Rollern und sonstigem komplett zugestellt sind, heißt es für die Fußgänger auf die Straße auszuweichen. Für Radler wie mich oder die Rollerfahrer sind diese dann willkommene Slalomstangen. Es ist tatsächlich ein Abenteuer die Straßen der Großstädte zu genießen. Täglich muß ich das allerdings nicht haben. Highlight war absolut der Bahnübergang in Hue in Zentralvietnam. Es kündigte sich ein Zug an, folglich wurden per manuellem Handbetrieb die Schranken heruntergelassen. In einem Land in welchem jeder Einwohner gefühlt 5 Mopeds hat, kann man sich vorstellen wie schnell auf beiden Seiten der Schranken die Anzahl der wartenden Mopeds raipide anstieg. Es waren unglaublich viele. Soweit nichts außergewöhnliches. Das witzige war allerdings, dass die wartenden Mopeds nicht auf der einen Straßenseite warteten, sondern die gesamte Straßenbreite in Anspruch nahmen. Nachdem der Zug vorüber war und die Schranken hochgingen begann das eigentliche Spektakel. Alle Mopeds fuhren zeitgleich am Bahnübergang aufeinander zu. Ein Chaos seinesgleichen. Ich war mittendrin und strahlte nur noch.
  2. Das radeln außerhalb der Städte: Auf das radeln außerhalb der Großstädte schaue ich mit gemischten Gefühlen zurück. Landschaftlich ist Vietnam beeindruckend. Auf der einen Seite immer mal wieder das Südchinesische Meer, auf der anderen Seite hohe Berge in der Grenzregion zu Laos. Weiter eine schöne Erinnerung waren die riesigen Reisfelder welche sich super in die Region eingebettet haben. Und der Durft des Reises….boahh, jetzt weiß ich wo der Begriff Duftreis herkommt. Die Straßenverhältnisse an sich waren in Vietnam auch sehr gut. Die Straßen sind sehr gut ausgebaut und in einem super Zustand. Großteis auch mit Seitenstreifen welche ich immer genutz habe. Der Seitenstreifen wird gerne auch als Fläche zum trocknen des Reis oder als Gegenverkehr missbraucht. Die Vietnamesen rechnen übrigens nicht damit, dass jemand auf dem Seitenstreifen Fahrrad oder sonst was fährt. Hat zur Folge dass sie ohne nach links zu schauen auf die Straße fahren. Für den leidenden Radler heißt das immer, dass er bremsen muss obwohl er auf der Vorfahrtsstrasse ist. Das war aber nur der kleinste Negativpunkt beim radeln außerhalb der Cities. Viel schlimmer war zweifelsohne die unglaubliche Hitze und der fehlende Schatten auf den langen Straßen. Es war zu dieser Zeit einfach unglaublich heiß und hell von der Sonne. Soweit so gut. Aber das war auch noch nicht alles. Das größte Übel und die zweifelsohne härteste Herausforderung war der Verkehr neben mir. Thailand und Laos sind Kindergarten ggü. dem was in Vietnam abläuft. Riesige Trucks und Busse dröhnen mit einer wahnsinigen Geschwindigkeit an einem vorbei und veranstalten ein Hupkonzert. Ich weiß gar nicht, wie viele mal ich zusammengezuckt bin, als ein 40 Tonner neben mir aus dem nichts loshupte. Es war wirklich brutal. Ich weiß nicht wie oft ich auf dem Rad zu dieser Zeit den Fahrern mit übelsten Beleidigungen hinterherschrie. An manchen Tagen waren die Schimpfwörter 80% meines Vokabulars. Der Rest war „Check in please“ oder was zu essen und trinken bestelen 🙂

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