Thailands Nordosten – Der Isan -Thailand oder doch eher Laos

Der Nordosten Thailands, außer der geografischen Zugehörigkeit zu Thailand und der Verehrung des Königs hat der Isan wenig gemeinsam mit dem Süden des Landes. Der Isan ist, wenn man der Elite in Bangkok glaubt, das Armenhaus in Thailand. Lediglich als großer Reislieferant für das ganze Land zu gebrauchen. Tatsächlich ist der Reis einer der wenigen Devisenbringer des Nordostens.

Thailands Nordosten… ein bisschen Thailand und viel Laos.

Geografisch beginnt der Isan in Nakhon Ratchisima, der größten Stadt des Nordostens. Nakhon Ratchisima, auch Korat genannt, ist eine auflebende Stadt, welche in den letzten Jahren enorm gewachsen ist. Aufgrund der Nähe zu Bangkok kommen speziell an Wochenenden viele aus Bangkok hierher um dem Smog der Hauptstadt zu entkommen. Korat wird zudem als heißer Anwärter für die „neue Hauptsatdt“ Thailands gehandelt. Im Falle dessen, dass Bangkok tatsächlich mal untergeht (Bangkok liegt unterhalb des Meeresspiegels. Anm. d. Redaktion). Ob das Gerücht stimmt, oder nur für Spekulationen dient…who knows….

Sprachlich und kulturell bewegen sich die Leute ein wenig zwischen Thailand und Laos. Überall sind laotische Einflüsse zu spüren. Man sagt, im Nordosten Thailands leben mehr Laoten als in Laos.

Weiter Städte auf meiner Reise waren Chaiyaphum und Khon Kaeng. Beides typische Städte des Nordostens. Kaum Industrie und keine Fabriken. Geld wird auch hier in der Landwirtschaft verdient. Die leckere Ananas spielt hier eine große Rolle. Der Tourismus hat bislang nur Backpacker angezogen. Ich für meinen Teil kann dazu sagen, dass ich die Gegend wunderschön finde. Es weckt eine Sehnsucht nach Ursprüglichkeit und lädt zum entschleunigen ein. Hier ist alles ein bisschen langsamer. „mai pen lai“ – was solls

Zu den weiteren Devisenbringer zählt Geld aus Bangkok. Nein, nicht von der Regierung, sondern von den Familienmitgliedern welche Geld verdienen und nach Hause schicken. Zu den bekanntesten Jobs gehören sicherlich die Motobike Taxi Driver oder Tuk Tuk Fahrer. Ansonsten wird ein wenig Geld mit sogenannten „Houseshops“ verdient. Man kauft im Großmarkt ein wenig ein und verkauft es im „Houseshop“ im Dorf für ein paar Groschen mehr.

typischer „Househop“

Zum wesentlichen 🙂 Das Radeln im Isan war und ist sehr abwechlungsreich. Und zwar in allen Belangen. Meine Tageskikometerzahl hat sich aber bei 70 km eingependelt. Mehr muss es nun wirlich nicht sein, zumindest hab ich das so beschlossen und irgendwie ist in meinem Kopf jetzt auch darauf geeicht.

Die Strecken sind mittlerweile nicht mehr ganz so abwechlungsreich wie in der der ersten Woche. Es gibt nur noch wenige Nebenrouten zwischen den größeren Strecken. Dies hat zur Folge, dass es kilometerlaaaaaaaang nur noch geradeaus ging. Es ist schon etwas nervig wenn dein Navi dir anzeigt, dass es noch 36 km bis zur nächsten Kreuzung sind. Man fährt quasi auf einer Hauptstrasse ganz links, dauernd düsen LKWs vorbei, welche ein Motorensound einer russischen Turboprobmaschine von sich geben. Ich zuckte regelmäßig zusammen, aus Angst ein Flugzeug landet gleich neben mir. LKW vorbei, was bleibt ist eine rußschwarze Nebelbombe – also doch ein Bomber 🙂 Zu den bekannten begleitern wie die verdammt helle und heiße Sonne, kommt bei solch monotonen Strecken ein weiterer „Feind“ hinzu – der eigene Kopf, welcher an solchen Tagen komische Fragen stellt und minütlich zuschaut wie die noch zu bewältigen Km nach unten laufen. Aber, und das ist das Gute. Es kommen auch neue Freunde hinzu. Nr. 1 – der Gegenwind. Ja, kaum zu glauben. Aber bei gefühlten 40 Grad ist jeder Wind willkommen, selbst wenn er etwas von vorne bläst. Nr. 2 – die Thais. viele jubeln einem zu und hupen regelmäßig wenn man mit dem Fahrrad durch ihr Land fährt. Und dann noch als Farang (westliche Ausländer). Wo man vorbeifährt hört man „uiii Farang Farang…good good“. Vorgestern ist eine Familie mit ihrem Auto neben mir hergefahren und hat kurz gehupt, die Fensterscheibe fuhr runter und eine Frau hat mir einen Energydrink gereicht. Und das während des fahrens. Mein Gott….. ich hab mich gefühlt wie ein Tour de France Fahrer. Ich auf dem Bike und nebendran der Versorgungswagen. Die Leute hier sind einfach nur nett und freundlich. Hilfe bekommt man immer, wenn auch manchmal schwierig sein Anliegen zu kommunizieren, denn Englisch spricht hier niemand mehr. Für die Leute ist es selbstverständlich zu helfen. Wenn man dann noch bereit ist, am Abend mit den Leuten zu essen, dann hat man ohnehin gewonnen. Denn, Essen ist eine Religion im Nordosten. Wird gerade nicht gegessen, dann wird diskutiert was es als nächstes zu essen gibt. Das Essen ist zudem ein Ritual in Thailand. Man sitzt zusammen und genießt.

Thai Fondue

Auch wenn es den Leuten hier im Nordosten meist an finanziellen Mitteln fehlt, es beklagt sich niemand. Vermutlich empfinden das die Leute auch nicht so wie wir es sehen. Was zählt ist die Gemeinschaft und der Reichtum an Zufriedenheit. Nicht die Sehnsucht nach materiellem. Hauptsache man kann essen. gin gin gin

3 Kommentare zu „Thailands Nordosten – Der Isan -Thailand oder doch eher Laos

    1. Hey Lewin. Schön von dir zu hören. Essen ist amazing, aber doch ziemlich monoton auf Dauer 😉
      Die 70 km mach ich nur um dein 60er average zu schlagen 😂
      Viele Grüße

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